Es wirkt nahezu unvorstellbar dass es in Zeiten von Massenindustrien, Wirtschaftswachstum und steigendem Wohlstand überhaupt Menschen gibt, die nicht über ausreichend Nahrung, Kleidung oder eine menschenwürdige Unterkunft verfügen. Die für uns alltäglichen Dinge des Lebens sind für 1,4 Milliarden Menschen - etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung, in keiner Weise alltäglich. Diese Art der Armut wird im Allgemeinen als „absolute Armut“ bezeichnet. Insbesondere Entwicklungsländer haben mit absoluter Armut zu kämpfen.
Ein weltweites Problem
Menschen, die weniger als den Gegenwert von 1,25 US-Dollar am Tag zur Verfügung haben, werden von Weltbank und UNO als absolut arm bezeichnet. Im bevölkerungsreichen Süd- und Ostasien leben die meisten absolut Armen, während in Afrika der größte Anteil der Bevölkerung unter absoluter Armut zu leiden hat. Armut ist weitaus mehr als ein Mangel an finanziellen Mitteln. Betrachtet man die Mangelernährung, Kindersterblichkeit, Zugang zur Gesundheitsversorgung und Bildung sowie die Lage der Menschenrechte, so ist neben Afrika auch ein großer Teil Nordindiens und Pakistans, aber auch Teile der Andenregion und Zentralamerikas am stärksten von absoluter Armut betroffen. Etwa 75 Prozent der Ärmsten in Asien und Afrika Leben auf dem Land, in Lateinamerika mehr als 60 Prozent in städtischen Elendsvierteln. Im Jahre 2000 erklärte eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Weltbank, der Vereinten Nationen, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie einer Reihe von Nichtregierungsorganisationen ihre sogenannten „Millennium Development Goals“. Das oberste Ziel ist dabei die Halbierung des Anteils der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet bis 2015. Weltweit ist die Zahl der absolut Armen zwar rückläufig, jedoch ist in Afrika keine Besserung sichtbar.
Hilfsorganisationen im Kampf gegen Armut
Wäre Geld allein bereits ein Mittel gegen weltweite Armut, so wäre dieses vielschichtige Problem längst gelöst. Finanzielle Spenden an betroffene Menschen helfen nur kurzfristig und sind mehr ein Tropfen auf dem heißen Stein. Richtig eingesetzte Spenden können jedoch in Sektoren wie Bildung und Arbeitsmarkt für erhebliche Besserung der Lebensbedingungen sorgen. Eine Hilfsorganisation, die nach diesem Prinzip handelt ist beispielsweise CARE. Mit etwa 11.000 Mitarbeitern, die meist direkt vor Ort tätig sind, kann CARE auf über 65 Jahre Erfahrung in puncto Nothilfe zurückblicken. Die Hilfsorganisation besitzt außerdem den allgemeinen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Unabhängig von Religion, ethnischer Herkunft oder politischem Weltbild steht CARE in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen, Regierungen, lokalen Behörden sowie nationalen und internationalen Organisationen. Der Aufbau der örtlichen Strukturen und die Schaffung menschenwürdiger Lebensbedingungen wird damit vor allem durch die Einbeziehung der Fähigkeiten der Beteiligten ermöglicht. CARE wurde im Jahre 1945 in den USA gegründet und linderte zunächst mit mehr als 100 Millionen CARE-Paketen das Leid im kriegserschütterten Europa. Doch auch heute sind Spenden nötig, um die absolute Armut weltweit zu bekämpfen.
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